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Stilistische Paradoxe



 

Zu dieser Gruppe gehören ständige Stilmittel im Dienst von Humor und Satire, die zwar hauptsächlich auf Lexik und Phraseologie zurückgehen, dennoch aber nur im Satz- und Großzusammenhang zur Geltung kommen können.

Der Stilbruch– die bewusste Kombinierung von Sprachgebilden verschiedener funktionaler und verschiedener semantisch-expressiver Stilfärbung, deren Zusammenstellung Dissonanz hervorruft. Es handelt sich um überraschende Abweichung von der üblichen Sprach- und Stilnorm. Der Stilbruch ist ein beliebtes Stilmittel literarischer und publizistischer Werke satirischen Inhalts: ... er hatte sich zu spät erinnert, dass es sich mit einem jungen Mädchen zwecks Austauschs von Zärtlichkeiten auf der Brücke verabredet hatte. Die Verwendung der offiziellen präpositionalen Fügung zwecks + Substantiv im Genitiv ruft im gegebenen Kontext komische Wirkung hervor (geläufig sind Wendungen: zwecks Austauschs von Waren, zwecks Verbesserung der Lebensbedingungen).

In der nächsten Illustration beruht der Stilbruch auf einer Zusammenstellung verschiedener semantisch-expressiver Stilfärbung: gehobene + alltägliche + familäre Lexik. H. Mann bringt im «Untertan» die satirische Apothese der Macht; die Darstellung («erlebte Rede») verläuft in übergewählter, geschraubter Stilfärbung: Auf dem Pferd dort, unter dem Tor der siegreichen Einmärsche, und mit Zügen steinern und blitzend, ritt die Macht! Die Macht , die über uns hingeht und deren Hufe wir küssen! Die über Hunger, Trotz und Hohn hingeht! Gegen die wir nichts können, weil wir alle sie lieben! Die wir im Blut haben, weil wir die Unterwerfung darin haben! Und plötzlich die beabsichtigte Dissonanz: Ein Atom sind wir von ihr, ein verschwindendes Molekül von etwas, das sie ausgespuckt hat! [Mann].

Nichtentsprechen von Form und Inhalt ist der bewusst angestrebte Widerspruch zwischen dem Gegenstand der Rede und der Darstellungsform. Zu dieser Gruppe gehören:

1. die Ironie als Periphrase mit Gegenteilswirkung: „Hast du recht, tu nurso weiter, du bist wirklich ein gutes Kind“, sagt die Mutter zu ihrem Sohn, nachdem der etwas Schlechtes angestellt hat. Bei diesem Stilistikum widerspricht die lexisch-phraseologische Ausformung dem realen Sachverhalt; der Schlüssel zum Verständnis liegt in der Satzintonation;

2. der Kontrast zwischen einem unbedeutenden Sachverhalt und ernstem, gewähltem Ton: … seine Mieneenthielt plötzlich den ganzen, stürmisch bewegten Ernst des Daseins [Mann] – es wird ein betrunkener Student beschrieben;

3. der Kontrast zwischen tiefem, wichtigerem Inhalt und der bewusst unangemessen Form der Darstellung: O meide, streng, weil abgedroschen, die ausgelatschten Sprachgaloschen! [Drews] Der wichtige Inhalt dieser Stelle (Kampf gegen eine sprachlichstilistische Unsitte) wird im Konversationsstil dargestellt (ausgelatscht, d.h. ausgetreten; Sprachgaloschen – einmaliger Neologismus in übertragener Bedeutung; als Element des Stilbruchs dient auch die gewählte Form der Ansprache o meide).

Die sprachlich-stilistische Parodie ist eines der parodisierenden Mittel, bei dem fremde Vorlagen zu humoristischen oder satirischen Zwecken karikiert werden. Im Volksmund entstehen – der Verfasser bleibt oft unbekannt – parodistische Umgestaltungen bekannter Lieder. So rief die Hungersnot nach dem estem Weltkrieg zahlreiche «gastronomische» Parodien hervor.

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

Den schenkt er in die weite Welt.

Dem will er seine Wunder weisen

In Berg und Wald und Strom und Feld.

Dieses bekannte Wanderlied wurde «zersungen» zu:

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

Den schickt er in die Wurstfabrik,

Dort lässt er 'n 'ne Knackwurst beißen

Und gibt ihm noch ein' Schinken mit. [näheres siehe Riesel: 226-227].